Wenn Verbände ihre Mitglieder preisgeben

Der Hauseigentümerverband Schweiz hat letzte Woche beschlossen, sich am Referendum gegen die Energiestrategie 2050 nicht zu beteiligen.

Die Energiestrategie 2050 bewirkt bei der Umsetzung der Mustervorschriften der Energiedirektorenkonferenz in den Kantonen vergleichbar extreme Vorschriften für Gebäude (Einfamilienhäuser, Mietliegenschaften usw.). Dazu zählen krasse und sehr teure Beschränkungen des Wärmeverbrauchs und fixe Quoten zur Selbstversorgung mit Wärme und Strom. Zudem kann der Ersatz von Öl- und Gasheizungen verboten werden.

Die Folge wird sein, dass zahlreiche Familien und Rentner sich kein Haus mehr leisten können. Man darf sich fragen, ob der Hauseigentümerverband noch die langfristigen Interessen seiner Mitglieder vertritt. Bei anderen Verbänden – Gewerbeverband, Economiesuisse, Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) oder Stiftung Landschaftsschutz – stellt sich die gleiche Frage (zum Gewerbeverband siehe dieses Streitgespräch, zu Economiesuisse dieser Kommentar, zur Strombranche diese Kolumne, zum Landschaftsschutz diese).

Wer sich von seinem Verband nicht vertreten fühlt, kann sich am überparteilichen Referendum von Alliance Energie beteiligen. Den Unterschriftenbogen auf Deutsch und Französisch finden Sie hier.

Enttäuschten Mitgliedern empfehle ich, ihren Verbandsverantwortlichen ihre abweichende Meinung mitzuteilen. Sie werden nach dem zustande gekommenen Referendum eine zweite Chance erhalten. Häufig kommt es zu Fehlentscheiden, wenn eine Seite Druck macht und die andere nicht.

Unser gedruckter Unterschriftenbogen wird nächste Woche verschickt. Kleinauflagen drucken Sie bitte selbst aus, grössere Mengen können Sie hier gratis bestellen.

Unsere Kampagne finanziert sich übrigens nur aus Spenden – jeder Beitrag zählt! Weitere Angaben finden Sie hier.

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