Hier steh ich und kann nicht anders…

Bei der Vorbereitung des Referendums gegen die Energiestrategie 2050 wurde ich wiederholt von bürgerlichen Energiewende-Gegnern gefragt, ob sich der Einsatz denn wirklich lohne. Einzelne sagten ihre Unterstützung erst zu, nachdem die SVP ins Referendum eingestiegen war und dadurch die Erfolgschancen auf ein komfortables Niveau gestiegen waren.

Ein Linker käme niemals auf die Idee, sein Engagement von der Siegesgewissheit abhängig zu machen. Beharrlichkeit und die Ermattung des Gegners sind oft seine einzige Hoffnung. „Manchmal braucht es einfach mehrere Anläufe, bis ein Anliegen mehrheitsfähig ist“, meint dazu der Mediensprecher der SP Michael Sorg lakonisch.

Der Atomausstieg ist ein Ur-Anliegen der Linken. Bereits viermal stimmte das Volk darüber ab – zum ersten Mal 1979! –, und jedes Mal hat es ihn abgelehnt. Die Linken liessen aber nicht locker. Deshalb stimmen wir am 27. November ein fünftes Mal darüber ab. Gewinnen wir diese Abstimmung nicht, dann würde das Referendum gegen die Energiestrategie 2050, die gleichfalls den Ausstieg aus der Kernenergie zum Ziel hat, praktisch wertlos. Die Abstimmung ist noch nicht gewonnen, und die Ausstiegs-Gegner wirken gefährlich uninspiriert. Es liegt an uns – an Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser –, in den nächsten Tagen für ein Nein zu kämpfen!

Es ist höchste Zeit, dass Bürgerliche von den Linken lernen: Es braucht vollen Einsatz und Kampfbereitschaft, damit in der Politik etwas gelingt.

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